50 Jahre Leasing-Verband

Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen: Die Stimme der Leasing-Wirtschaft

Der BDL begleitet seit 50 Jahren die Leasing-Wirtschaft als ihre Stimme und gestaltet die Rahmenbedingungen für Leasing-Gesellschaften und ihre Kunden mit. Seine Mitglieder repräsentieren rund 90 Prozent des Leasing-Marktvolumens in Deutschland. Neben der Interessenvertretung der Branche bietet der Verband auch umfangreichen Service für seine – vor allem mittelständischen – Mitgliedsgesellschaften an.

Die Anfänge

Als sich Anfang der 1960er-Jahre die ersten Leasing-Gesellschaften gründeten, stießen sie zunächst auf eine Reihe von Hürden. So war der rechtliche und steuerliche Rahmen für Leasing noch in keiner Weise abgesteckt. Daher organisierten sich die Geschäftsführer recht bald in einer Arbeitsgemeinschaft, um gemeinsam die Rahmenbedingungen für die Branche und die Öffentlichkeitsarbeit für das noch unbekannte Produkt zu gestalten. Diese Arbeitsgemeinschaft mündete 1972 in der Gründung des BDL durch 16 Leasing-Gesellschaften. In den folgenden Jahren begleiteten die Verbandsvertreter die rechtlichen, steuerlichen und bilanziellen Entwicklungen, die die Branche beeinflussten. Die Gremien berieten über betriebswirtschaftliche Fragen, Fragen der Refinanzierung, entwickelten eine Marktstatistik, werteten Marktstudien aus, initiierten Programme für die Aus- und Weiterbildung, betrieben Öffentlichkeitsarbeit für Produkt und Branche und sorgten mit der Gründung des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln für die wissenschaftliche Begleitung des Produkts.

2001 fusionierte der Bundesverband Deutscher Leasing-Gesellschaften mit dem Interessenverband der Deutschen Leasing-Unternehmen, der sich Ende der 1980er-Jahre gegründet hatte und dem überwiegend kleine und mittlere Leasing-Gesellschaften und Vertreter beratender Berufe angehörten. Der neue BDL verlegte seinen Sitz in die Hauptstadt Berlin und vertritt seither die Interessen der gesamten Leasing-Wirtschaft in Deutschland.

Die Verbandsgeschichte zeigt die erfolgreiche Entwicklung der Branche bei sich stetig ändernden Rahmenbedingungen, den sich die Leasing-Gesellschaften mit ihrer Innovationskraft stets angepasst haben – begleitet und unterstützt von ihrem Verband.

Wie im operativen Geschäft erfordert auch erfolgreiche Verbandsarbeit eine permanente Veränderung in Folge der sich wechselnden Ansprüche der Mitglieder an das sich ändernde Umfeld. Gerade die Anforderungen im neuen Jahrtausend zeigen: Die Attraktivität eines Verbandes misst sich zum einen an seiner Funktion als Interessen- und Branchenvertretung und zum anderen am persönlichen Mehrwert des einzelnen Mitglieds. Der Verband als Dienstleister ist besonders in einer stark mittelständisch geprägten Branche wie der Leasing-Wirtschaft gefragt, in der zahlreiche kleinere und mittlere Leasing-Gesellschaften nur auf begrenzte eigene fachliche Ressourcen zurückgreifen können. Interessenvertretung und Dienstleistung bilden daher die beiden Säulen der Verbandsarbeit.

Faire Rahmenbedingungen

Oberstes Verbandsziel ist es, Leasing zu fördern und zu schützen – aus Anbieter- und aus Kundensicht. Die Sicherung fairer steuerlicher, rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für die Branche stehen dabei im Fokus. Der BDL setzt sich gegenüber dem Gesetzgeber und der Verwaltung für eine sachgerechte Gesetzgebung und Verwaltungspraxis in allen leasingrelevanten Rechtsgebieten ein, dabei stehen das Handels- und Steuerrecht, das Zivil- und Aufsichtsrecht sowie staatliche Fördermaßnahmen im Mittelpunkt.

Zudem pflegt der BDL einen aktiven Kontakt zu den Aufsichtsbehörden, um die praxisbezogene Umsetzung der regulatorischen Pflichten zu optimieren. Der BDL setzt sich für Proportionalität und mehr Differenzierung ein. Denn die Leasing-Branche sollte nicht nach Bankenstandards reguliert werden. Leasing-Gesellschaften sind keine Banken, sie sind kleiner, weniger komplex und tragen erwiesenermaßen ein deutlich geringeres Risiko. Die Beachtung der mittelständischen Branchenstruktur und des geringen Risikoprofils von Leasing bei Gesetzesinitiativen und im Dialog mit der Politik sowie die Unterstützung der Mitglieder bei der Bewältigung der Aufsicht gehören zu den vorrangigen Aufgaben des BDL.

Wofür sich der BDL einsetzt

  • Förderung des Mittelstandes als Garant unseres Wohlstandes in einer sozialen Marktwirtschaft
  • Stärkung von Investitionen für einen attraktiven Wirtschaftsstandort Deutschland
  • Unterstützung von Innovationen und Digitalisierung für eine zukunftsfähige Wirtschaft und Umwelt
  • Schaffung und Erhalt verlässlicher Rahmenbedingungen für Leasing-Unternehmen und den investierenden Mittelstand
  • Angemessene Regulierung, Proportionalität und mehr Differenzierung für die mittelständische Leasing-Branche

Umfangreicher Service für Mitgliedsgesellschaften

Die Analyse und praxisgerechte Aufbereitung relevanter Informationen über aktuelle Entwicklungen des Leasing-Marktes und seiner Rahmenbedingungen sowie die kontinuierliche, frühzeitige Mitgliederinformation gehören zu den Serviceleistungen des BDL. Die Mitglieder erhalten Rundschreiben und Newsletter sowie weiterführende Informationen im internen Mitgliederbereich der BDL-Website.

Zu den einzelnen Themenfeldern werden praxisnahe Handreichungen und Leitfäden bereitgestellt. Zudem veranstaltet der BDL Fachtagungen und Foren zu branchenrelevanten Themen wie Digitalisierung, Refinanzierung oder Fragen des Mittelstandes.

Öffentlichkeitsarbeit

Der BDL informiert Politik, Behörden, Medien, andere Verbände und Organisationen des Mittelstandes sowie die interessierte Öffentlichkeit über den Leasing-Markt und die Branche in Deutschland. Die Kommunikation bedient sich dabei verschiedener Kanäle und Maßnahmen, von der klassischen Medienarbeit über die Online-Kommunikation – im Schwerpunkt über die BDL-Webseite bdl.leasingverband.de – bis zu Social-Media-Aktivitäten, vor allem über die Kanäle Twitter, LinkedIn und XING.

Aus- und Fortbildung: BDL-Akademie

Mit dem breiten Seminarangebot der BDL-Akademie deckt der Verband wesentliche Facetten der Aus- und Weiterbildung ab. Es reicht vom Grundlagenseminar bis hin zu Spezialseminaren, die flexibel auf aktuelle Anforderungen eingehen und auf die (Praxis-)Bedürfnisse der Mitglieder abgestimmt sind. Um den Wünschen seiner Mitglieder nachzukommen, werden E-Learning-Seminare, die zeiteffizient und ressourcenoptimiert sind, verstärkt angeboten.

Das Thema Nachhaltigkeit nimmt aktuell einen Schwerpunkt in der Weiterbildung ein. Das monatliche digitale Format ESG-Toolbox informiert über praxisrelevante Entwicklungen für die Leasing-Wirtschaft. Nachhaltigkeitsbeauftragte der Leasing-Gesellschaften berichten von ihren Tätigkeiten in den Unternehmen. Denn künftig werden Leasing-Gesellschaften nicht nur „grüne“ Technologien für Unternehmen finanzieren, sondern auch verstärkt ihre Kunden zu Nachhaltigkeitsaspekten und Fördermitteln beraten.

Fachtagungen

Der BDL bietet seinen Mitgliedsunternehmen jährlich Fachveranstaltung zu branchenrelevanten Themen an:

  • Forum Digitalisierung

  • Forum Mittelstand

  • Fachtagung Leasing & Kreditwirtschaft (alle 2 Jahre)

Das Forum Digitalisierung wird ergänzt durch das neue Online-Format „Switch“, das seit 2021 regelmäßig über ein Fachthema in kompakter Form informiert und den Austausch zu Digitalisierungsfragen im Leasing ermöglicht.

Brüsseler Repräsentanz

Gerade in puncto Regulatorik weht der Wind seit langem kräftig aus Brüssel. Um seine Aufgaben zu bewältigen und sich für die Belange der deutschen Leasing-Wirtschaft einzusetzen, ist der BDL grenzüberschreitend tätig, unter anderem durch seine Mitgliedschaft im europäischen Dachverband der nationalen Leasing-Verbände „Leaseurope“ (www.leaseurope.org). Zudem verfügt der BDL über eine eigene Repräsentanz in Brüssel, die in Kooperation mit der Leaseurope die Leasing-Stimme in Brüssel stärkt und die Kräfte bündelt.

Jubiläumsfeier

Das 50. Jubiläum des BDL und das 60-jährige Bestehen der Leasing-Wirtschaft in Deutschland begeht die Branche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft am 9. November 2022 in einer Jubiläumsfeier in Berlin.