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Statements aus der Branche

Branchenstimmen

Neun Expertinnen und Experten ordnen ein: Was Leasing heute leisten kann – und welche Investitionen ohne Leasing nicht stattfinden würden.

Leasing als Wachstumshebel: Einschätzungen aus der Praxis

Leasing im Handwerk ist mehr als eine Finanzierungsalternative. Es entscheidet oft darüber, ob eine Investition überhaupt stattfindet. Moderne Maschinen, digitale Diagnosetechnik oder Hochvolt-Arbeitsplätze für die Elektromobilität: Viele Handwerksbetriebe könnten diese Anschaffungen ohne Leasing nicht oder deutlich später stemmen. Liquidität bleibt erhalten, die Kosten bleiben planbar.

Gleichzeitig zeigt die Praxis, wo es hakt. Zu viel Papier, fehlende Standards und aufwendige Antragsprozesse bremsen die Nutzung. Lösungen entstehen dort, wo Finanzierung und Kaufentscheidung zusammenfallen: direkt beim Händler, im Außendienst oder im Online-Shop. Würth Leasing etwa ermöglicht digitale Vertragsabschlüsse innerhalb eines Tages.

Den politischen Rahmen darf man dabei nicht ausblenden. Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und Bürokratie dämpfen die Investitionsbereitschaft im Handwerk insgesamt. Leasing federt das ab, ersetzt günstige Rahmenbedingungen aber nicht.

Neun Expertinnen und Experten aus der Leasing-Branche ordnen ein: Markus Eismann (Commerz Leasing), David Gerstner (Deutsche Leasing), Sebastian Kohlhaas (WM Finance), Michael Krenmayr (Würth Leasing), Sascha Krebs (ALVG), Angela Kraut (Bizerba Financial Services), Klaus Meyer (Siemens Finance & Leasing), Stanislav Miller (grenke) und Simon Wieland (abcfinance).

Markus Eismann

Welche Rahmenbedingungen bremsen Investitionen im Handwerk insgesamt – unabhängig von der Finanzierungsform?

Die Investitionsbereitschaft im Handwerk wird aktuell durch mehrere Faktoren gehemmt. Neben der weiterhin schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland, geopolitischen Unsicherheiten und sinkender Rentabilität durch steigende Lohn- und Materialkosten sind es vor allem fehlende investitionsfreundliche politische Rahmenbedingungen. Unsere handwerksnahen Kunden berichten auch nach den Erleichterungen bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung und beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz von zu hohen regulatorischen Vorgaben. Schwankende und zu hohe Energiepreise, ein ausgeprägter Fachkräftemangel und eine seit vier Jahren schrumpfende Bautätigkeit tun ihr Übriges und schaffen keine verlässliche Planungsgrundlage für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen. Ein konsequenter Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren bei Bauprojekten und eine Senkung der Stromsteuer könnten aus meiner Sicht deutliche Anreize seitens der Politik setzen, um Investitionen in der Handwerksbranche zu beleben.

David Gerstner

Welche Investitionen können Handwerksbetriebe mithilfe von Leasing realisieren, die ohne Leasing häufig nicht möglich wären?

Wer als Handwerksbetrieb modernisieren will, steht oft vor derselben Frage: Woher kommt das Geld – und wann? Leasing gibt darauf eine klare Antwort. Betriebe können moderne Maschinen, Fahrzeuge oder digitale Systeme sofort einsetzen, ohne Liquidität zu binden oder Rücklagen anzutasten. Gerade für kleinere Betriebe ist das ein entscheidender Hebel. Ob Energieeffizienz, Elektromobilität oder Prozessdigitalisierung: Leasing ermöglicht Investitionen, die sonst Jahre warten müssten. Viele davon rechnen sich sogar kurzfristig, etwa Investitionen in die eigene Energieinfrastruktur, die sich angesichts gestiegener fossiler Energiepreise schnell bezahlt machen. So bleibt das Handwerk wettbewerbsfähig – auch wenn Eigenkapital knapp ist.

Sebastian Kohlhaas

Welche Investitionen können Handwerksbetriebe mithilfe von Leasing realisieren, die ohne Leasing häufig nicht möglich wären?

Gerade im Kfz-Handwerk sind Investitionen häufig kapitalintensiv und zugleich geschäftskritisch. Moderne Hebebühnen, Diagnose- und Kalibriertechnik oder komplette Werkstattausstattungen erfordern hohe Anfangsinvestitionen. Ohne flexible Finanzierungsformen werden sie oft verschoben oder gar nicht umgesetzt. Leasing ermöglicht es Betrieben, technisch und regulatorisch auf dem neuesten Stand zu bleiben und Investitionen parallel zum Ertrag zu finanzieren.

Als WM Finance mit unserer Marke WM Leasing haben wir das Kfz-Handwerk sprichwörtlich in der DNA. Durch die enge Verbindung zur familiengeführten Unternehmensgruppe der WM SE in Osnabrück sind wir mit den Anforderungen der Werkstätten vertraut.

Wir erleben täglich, dass Betriebe investieren wollen, um effizienter, digitaler und zukunftsfähiger zu arbeiten – Leasing ist dabei häufig der entscheidende Hebel. Es schafft finanziellen Spielraum und ermöglicht Investitionen genau dann, wenn sie im Betrieb gebraucht werden.

Michael Krenmayr

Welche Hürden begrenzen derzeit die Nutzung von Leasing im Handwerk – und wie lassen sich diese abbauen?

Leasing im Handwerk scheitert weniger am Produkt als an Prozesshürden: zu viel Papier, Rückfragen und fehlende Standards – dafür fehlt im Betriebsalltag eines Handwerksbetriebs schlicht die Zeit. Hinzu kommen Unsicherheiten zu Laufzeit, Kostenlogik und Vertragsende sowie teils aufwendige Bonitäts- und Unterlagenprüfungen. Gleichzeitig dämpfen Bürokratie, Kosten und wirtschaftliche Unsicherheit die Investitionsneigung insgesamt. Abhilfe schafft „embedded" Leasing direkt im Einkauf: Finanzierung wird dort angeboten, wo entschieden wird – über Handel, Außendienst oder den Online-Shop.

Ein Praxisbeispiel ist die Würth Leasing: Der Vertriebler kann dem Handwerksbetrieb beim Einkauf leasingfähiger Sortimentsprodukte direkt ein Leasing-Angebot erstellen. Alternativ kann der Handwerksbetrieb im Würth Online-Shop per Knopfdruck ein Angebot per E-Mail anfordern. Mit digitaler Signatur und digitaler Identifizierung läuft der Abschluss durchgängig digital; sobald die Unterlagen vorliegen, wird die Lieferung freigegeben. So kann ein Leasing-Vertrag innerhalb eines Tages abgeschlossen und umgesetzt werden.

Sascha Krebs

Welche Investitionen können Handwerksbetriebe mithilfe von Leasing realisieren, die ohne Leasing häufig nicht möglich wären?

Leasing ist für Handwerksbetriebe ein zentraler Enabler für Innovation und Wachstum. In unserer täglichen Zusammenarbeit mit Kfz-Werkstätten sehen wir, dass viele Investitionen – von moderner Werkstattausstattung über digitale Diagnosetechnik bis hin zu Kalibrierungssystemen – ohne Leasing oft nicht oder deutlich später umgesetzt würden. Besonders im Zuge der Elektromobilität steigt der kostenintensive Investitionsbedarf stark. Leasing ermöglicht es Betrieben, diese Zukunftsinvestitionen zum Beispiel in Hochvolt-Arbeitsplätze oder Batteriediagnose zeitnah zu realisieren, ohne ihre Liquidität zu belasten. Zugleich schafft Leasing Planungssicherheit und reduziert das Risiko technologischer Überalterung.

Angela Kraut

Welche Investitionen können Handwerksbetriebe mithilfe von Leasing realisieren, die ohne Leasing häufig nicht möglich wären?

Leasing eröffnet Handwerksbetrieben den Zugang zu Investitionen – etwa in moderne Technologien, Digitalisierung und effiziente Prozesse, die ohne diese Finanzierungsform häufig aufgeschoben oder nur eingeschränkt realisiert würden. Aus meiner Sicht schafft es den entscheidenden finanziellen Spielraum, um gezielt in Zukunftsfähigkeit zu investieren. So sichert Leasing die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks nachhaltig.

Klaus Meyer

Welche Investitionen können Handwerksbetriebe mithilfe von Leasing realisieren, die ohne Leasing häufig nicht möglich wären?

Leasing-Finanzierungen ermöglichen Handwerksbetrieben wichtige Investitionen, die sonst nicht so flexibel umsetzbar wären – von modernen, nachhaltigen Maschinen bis hin zu IT-Ausstattung. Passgenaue Verträge schonen das Eigenkapital und überschaubare Leasing-Raten erhöhen die Planungssicherheit. Zudem stärkt Leasing ganze Wertschöpfungsketten: Dienstradleasing zum Beispiel unterstützt den Fahrradfachhandel nicht nur im Absatz, sondern schafft langfristige Service- und Wartungsaufträge und fördert nachhaltige Mobilität.

Stanislav Miller

Welche Investitionen können Handwerksbetriebe mithilfe von Leasing realisieren, die ohne Leasing häufig nicht möglich wären?

Leasing ermöglicht es Handwerksbetrieben, zu investieren, ohne hohe Kapitalbindung oder Belastung ihrer Kreditlinie bei der Hausbank. Dadurch werden Anschaffungen ermöglicht, die sonst verschoben oder gar nicht realisiert werden.

Typische Leasing-Objekte sind Maschinen und Spezialgeräte wie CNC-Maschinen, Bagger, Radlader oder Vermessungstechnik.

Leasing wandelt eine hohe Einmalzahlung in eine planbare Monatsrate um und ist damit ein echter Wachstumshebel im Handwerk.

Simon Wieland

Welche Hürden begrenzen derzeit die Nutzung von Leasing im Handwerk – und wie lassen sich diese abbauen?

Viele Handwerksbetriebe arbeiten unter enormem Zeitdruck und sind den größten Teil ihres Tages auf Baustellen, in Werkstätten oder bei ihren Kundinnen und Kunden unterwegs – nicht am Schreibtisch im Büro. Wenn Finanzierungsanträge umfangreiche Unterlagen, Ausdrucke oder Unterschriftenprozesse erfordern, wird Leasing schnell als aufwendig und bürokratisch wahrgenommen. Genau hier wird deutlich: Prozesse müssen sich stärker an der Arbeitsrealität im Handwerk orientieren.

Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen Lösungen, die einfach, schnell und möglichst mobil nutzbar sind. Digitale Tools können hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Wenn Leasing-Verträge unkompliziert und auch direkt auf der Baustelle abgeschlossen werden können, reduziert das den administrativen Aufwand und schafft mehr Freiraum für das, worauf es im Handwerk wirklich ankommt: Projekte umzusetzen und Aufträge zuverlässig zu erfüllen.