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Marktbild Handwerk

Leasing im Handwerk

Wie die Leasing-Wirtschaft Investitionen für Handwerksbetriebe planbar und flexibel macht.

Die Wirtschaftsmacht von nebenan

783 Milliarden Euro Umsatz, mehr als eine Million Betriebe, rund 6 Millionen Beschäftigte – nach jüngsten Zahlen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Das Handwerk ist eine der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft. Wer heute einen Handwerksbetrieb führt, muss investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, ohne die eigene Finanzierungskraft zu überfordern. In Zeiten von Fachkräftemangel, steigenden Energiekosten und strenger werdenden Kreditrichtlinien der Banken kann Leasing dafür der passende Baustein sein.

Häufige Fragen

Auf einen Blick

Was ist Leasing im Handwerk?

Leasing im Handwerk bedeutet: Ein Betrieb nutzt Maschinen, Fahrzeuge, IT oder Energieanlagen gegen feste monatliche Raten, ohne das Objekt zu kaufen. Eigentümer bleibt die Leasing-Gesellschaft. Am Laufzeitende wird das Objekt zurückgegeben, verlängert oder abgelöst.

Leasing, Kauf, Kredit oder Mietkauf: Was passt wann?

Handwerksbetriebe entscheiden selten abstrakt über Finanzierungsformen. Meist geht es um ein konkretes Objekt: ein Fahrzeug, eine Maschine, eine Photovoltaikanlage, ein Kassensystem oder eine neue Software. Dafür kommen verschiedene Wege infrage.

- Beim Kauf zahlt der Betrieb das Objekt direkt und wird Eigentümer. Das bindet Kapital, schafft aber volle Verfügungsmacht.
- Beim Bankkredit finanziert der Betrieb den Kauf über Fremdkapital. Das Objekt gehört dem Betrieb, die Finanzierung belastet jedoch Kreditlinie und Sicherheiten.
- Beim Leasing steht die Nutzung im Vordergrund. Der Betrieb zahlt feste Raten, Eigentümer bleibt die Leasing-Gesellschaft. Am Vertragsende sind je nach Modell Rückgabe, Verlängerung oder Kaufoption möglich.
- Beim Mietkauf ist der spätere Eigentumserwerb meist von Anfang an angelegt. Das kann besonders bei langlebigen Anlagen interessant sein, die der Betrieb dauerhaft behalten will. Man zahlt monatliche Raten, ohne den Kaufpreis vorab aufzubringen.

Welche Lösung passt, hängt vom Objekt, der Nutzungsdauer, der Liquidität, der Förderfähigkeit und vom Wunsch nach Eigentum ab. In der Regel nutzen Handwerksbetriebe einen Finanzierungsmix, in dem Leasing einen festen Platz hat, der jedoch noch ausbaufähig ist.

Warum nutzen Handwerksbetriebe Leasing?

Leasing schont die Liquidität, kann Investitionen zum richtigen Zeitpunkt ermöglichen und Modernisierungskosten über die Nutzungsdauer kalkulierbar machen.  Besonders interessant ist Leasing bei neuen Technologien mit kurzen Innovationszyklen. Dann kann Leasing Investitionsrisiken begrenzen.

Wie verbreitet ist Leasing im deutschen Handwerk?

Laut ZDH-Sonderumfrage 2025 nutzen 18 Prozent der Handwerksbetriebe Leasing, wenn sie nachhaltige Güter extern finanzieren. Bei größeren Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steigt dieser Anteil auf bis zu 30 Prozent. Leasing ist damit die drittwichtigste externe Finanzierungsform im Handwerk, nach Bankkredit und Förderprogramm.

Wann lohnt sich Leasing für einen Handwerksbetrieb?

Leasing ist sinnvoll, wenn ein Betrieb moderne Technik nutzen will, ohne hohe Anfangsinvestitionen zu tätigen. Entscheidend sind Laufzeit, Ratenhöhe, Nutzung, Restwert, ergänzende Dienstleistungen zur Nutzung und die Frage, ob der Betrieb das Objekt dauerhaft besitzen möchte. Bei langlebigen Gütern kann auch Mietkauf eine Alternative sein.

Was wird im Handwerk über Leasing finanziert?

Typische Leasing-Objekte sind Fahrzeuge, Baumaschinen, Produktionsmaschinen, Werkstatttechnik, IT, Software, Kassensysteme, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wallboxen und Ladeinfrastruktur.

Ist Leasing mit staatlichen Förderprogrammen kombinierbar?

Ja, in bestimmten Programmen. Nordrhein-Westfalen, Berlin, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern erkennen Leasing in einzelnen Investitions- und Mobilitätsförderprogrammen als gleichwertige Finanzierungsform an. Auch verschiedene Bundesprogramme berücksichtigen Leasing. Betriebe sollten die Förderbedingungen vor Vertragsabschluss prüfen oder sich von ihrem Leasing-Partner beraten lassen.

Für die Förderpolitik folgt daraus: Entscheidend sollte sein, welche Investition gefördert wird – nicht, ob sie gekauft, kreditfinanziert, geleast oder per Mietkauf umgesetzt wird.

Wie finanziert das Handwerk nachhaltige Investitionen?

Die ZDH-Sonderumfrage „Finanzierung und Nachhaltigkeit im Handwerk“ aus dem Herbst 2025 zeigt: 75 Prozent der Handwerksbetriebe, die in ressourcenschonende und nachhaltige Maßnahmen investieren, tun das ausschließlich aus eigenen Mitteln. Bei denjenigen, die ihre Investitionen außenfinanzieren, wählen 18 Prozent Leasing als Finanzierungsform.

Damit ist Leasing bei nachhaltigen Investitionen die drittwichtigste externe Finanzierungsform im Handwerk – nach Bankkredit und Förderprogramm. Bei Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steigt der Leasing-Anteil auf bis zu 30 Prozent.

Die Zahlen zeigen: Viele Betriebe investieren weiterhin aus Eigenmitteln. Für sie stellt sich die Frage, wann Leasing oder Mietkauf sinnvoller sein können.

Warum Eigenfinanzierung an Grenzen stößt

Bankfinanzierungen werden derzeit wieder enger. Die Quote notleidender Kredite für kleine und mittlere Unternehmen stieg im zweiten Quartal 2025 laut EBA Risk Dashboard auf über vier Prozent. Die Vergaberichtlinien werden nach einer Untersuchung der Deutschen Bundesbank verschärft.

Eine Alternative ist der Einsatz von Eigenkapital. Das schont die Liquidität kurzfristig, belastet aber die Eigenkapitalquote. Nach einer aktuellen Creditreform-Untersuchung weist jeder dritte Handwerksbetrieb eine zu niedrige Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent auf, jeder vierte hat eine Quote von unter 20 Prozent. Wer Investitionen vollständig aus Eigenmitteln finanziert, reduziert seinen Spielraum für Material, Personal, Energie, Reparaturen oder Auftragsschwankungen.

„Da tut sich gerade ein Finanzierungsvakuum auf, das Leasing-Anbieter ausfüllen könnten.“

Dirk Palige, Geschäftsführer des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT)

Was Leasing konkret leistet

Leasing kann mehr als Finanzierung und Liquiditätsschonung leisten: Leasing-Unternehmen verfügen im Gegensatz zu anderen Finanzierern über ein ausgeprägtes Objekt-Know-how. Sie kennen Maschinen, Fahrzeuge und Anlagen, können deren Wert einschätzen und berücksichtigen neben der Bonität stärker auch das Objekt. Daher finanzieren Leasing-Gesellschaften auch in solchen Fällen, in denen andere Finanzierer zurückhaltend sind.

Zudem bieten Leasing-Gesellschaften den Handwerksbetrieben ergänzend zur Finanzierung Dienstleistungen rund um die Nutzung an, bei Fahrzeugen zum Beispiel Wartung, Reifendienst, Inspektion und Schadensmanagement. Die Mitarbeitenden erhalten so Freiräume, um sich aufs Kerngeschäft zu konzentrieren.

Gerade für kleine und mittlere Betriebe ist das politisch relevant: Sie verfügen selten über eigene Fuhrpark- oder Investitionsabteilungen. Finanzierungs- und Serviceangebote, die Nutzung, Wartung und Planungssicherheit verbinden, können Bürokratie und organisatorischen Aufwand reduzieren.

„Viele Handwerker kombinieren laufenden Cashflow mit Leasing und können so schneller investieren. Planbare Raten und eine liquiditätsschonende Finanzierung schaffen Spielraum für das operative Geschäft. Insbesondere bei neuen Technologien wie Elektrofahrzeugen nutzen Betriebe Leasing, weil sich Investitionsrisiken und Restwertfragen so besser kalkulieren lassen.“

Dr. Claudia Conen, Hauptgeschäftsführerin des BDL

Was Handwerker leasen können

Im Handwerk werden mittels Leasing oder Mietkauf gewerkeübergreifend Transporter, Nutzfahrzeuge, Anhänger, Gabelstapler, IT-Ausstattung, Software, Kassensysteme, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wallboxen und Ladeinfrastruktur finanziert. Hinzu kommen zahlreiche Objekte für die jeweiligen Gewerke, zum Beispiel:

  • Baumaschinen und Ausrüstung: Minibagger, Radlader, Verdichtungsgeräte, Gerüste, Dachaufzüge, Materiallifte
  • Produktions- und Bearbeitungsmaschinen: CNC-Fräs- und Drehmaschinen, Bearbeitungszentren, Sägen, Fräsen, Hobelmaschinen, Metallpressen
  • Werkstatt- und Spezialtechnik: Schweißtechnik, Hebebühnen, Prüf- und Diagnosegeräte, Präzisionswerkzeuge, Mess- und Kalibriertechnik
  • Lebensmittel- und Verarbeitungstechnik: Backöfen, Gärtechnik, Kühlanlagen, Teigknetmaschinen, Produktionsküchen, Brau- und Abfüllanlagen
  • Reinigungs- und Servicetechnik: Reinigungsautomaten, Glasreinigungsroboter, Industrie- und Feinstaubsauger, Wäscherei- und Textilpflegetechnik
  • Einrichtung und Ausstattung: Saloneinrichtungen, Wasch- und Stylingeinheiten, Arbeitsplätze, Lagertechnik, Kühlzellen

Zugespitzt kann man sagen, dass es kaum etwas gibt, das sich nicht leasen lässt.

Kundenbeispiele

So investieren Handwerk und Mittelstand

Insgesamt acht Beispiele aus Handwerk und Mittelstand zeigen, wie Unternehmen mittels Leasing und Mietkauf Investitionen finanzieren – von der Füllmaschine über Drucksysteme bis zur Photovoltaikanlage auf dem Brauereidach.

Modernisierung trotz Fachkräftemangel

Das Handwerk wächst, aber mit weniger Menschen. Destatis meldete für 2025 ein Umsatzplus von 1,1 Prozent, gleichzeitig sank die Zahl der Beschäftigten um 1,5 Prozent. Der Druck steigt, mit vorhandenen Teams produktiver zu arbeiten.

Moderne Maschinen ersetzen keine Fachkräfte, aber sie entlasten. Eine CNC-Fräse läuft programmiert, ein Transporter bleibt dank Wartungsintervallen stets einsatzbereit oder ein Kassensystem vereinfacht die Abrechnung und Dokumentation – moderne Ausstattung hilft Betrieben, knappe Fachkräfte effizienter einzusetzen und Arbeitsabläufe zu stabilisieren. 

Solche Investitionen zahlen sich aus, wenn sie wirtschaftlich tragfähig sind und zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Leasing kann helfen, diesen Zeitpunkt nicht vom verfügbaren Eigenkapital abhängig zu machen, sondern vom tatsächlichen Investitionsbedarf. Damit wird Leasing auch zu einem Produktivitätsthema. 

Branchenstimmen

Stimmen aus der Branche

Neue Maschinen, digitale Diagnosetechnik, Hochvolt-Arbeitsplätze für die Elektromobilität: Viele Investitionen im Handwerk sind ohne externe Finanzierung kaum zu stemmen. Leasing schafft hier Spielraum, weil es Liquidität schont, Planungssicherheit gibt und Investitionen ermöglicht, die sonst verschoben würden. Wo die Nutzung noch hakt und welche politischen Rahmenbedingungen fehlen, erklären Expertinnen und Experten aus neun Leasing-Gesellschaften – von abcfinance bis Würth Leasing.

Leasing und Förderprogramme

23 Prozent der Handwerksbetriebe investierten zuletzt in energie- und ressourcenschonende Maßnahmen – bei Betrieben mit 50 und mehr Mitarbeitenden sogar mehr als die Hälfte. Das Handwerk will modernisieren, häufig fehlt die passende Finanzierung zum Förderprogramm.

„Handwerksbetriebe wollen in neue Fahrzeuge, moderne Maschinen, digitale Prozesse investieren. Aber sie brauchen dafür verlässliche Bedingungen: vor allem weniger Bürokratie und Dokumentationspflichten, weniger Abgaben sowie Förderprogramme, die praxistauglich sind. Staatliche Förderinstrumente müssen dabei alle Finanzierungsformen berücksichtigen, das schließt Leasing ein.“

Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH

Leasing lässt sich in bestimmten Fällen mit Förderprogrammen kombinieren. Mehrere Bundesländer erkennen Leasing inzwischen ausdrücklich als förderberechtigte Finanzierungsform an: Nordrhein-Westfalen über das Programm „progres.nrw“, Berlin über WELMO, Baden-Württemberg für E-Nutzfahrzeuge, Thüringen und Bayern für Wasserstoff- und Elektromobilität. Auch einzelne Bundesprogramme öffnen sich für Leasing-Finanzierungen. Entscheidend bleiben die konkreten Förderbedingungen.

Die Entwicklung zeigt, dass Leasing zunehmend in Förderprogrammen als Finanzierungsform berücksichtigt wird. Noch ist Leasing jedoch nicht durchgehend anerkannt. Für Betriebe entstehen dadurch Unsicherheit und zusätzlicher Prüfaufwand.

Was Förderpolitik leisten sollte

Förderprogramme erreichen das Handwerk nur, wenn sie zur betrieblichen Realität passen. Viele Betriebe investieren kleinteilig, objektbezogen und unter hohem Zeitdruck. Sie haben meist keine eigene Abteilung, die Förderbedingungen, Vertragsformen und Nachweispflichten im Detail prüft.

Deshalb setzt sich der BDL dafür ein, dass Förderpolitik offen für alle Finanzierungsformen ist sowie einfach und rechtssicher ausgestaltet wird. Entscheidend sollte sein, ob eine Investition die Transformation, Produktivität oder Energieeffizienz stärkt, nicht, welche Finanzierungsform der Betrieb nutzt.

Zur Förderpolitik

Leasing im Handwerk – die wichtigsten Zahlen

  • 83 Milliarden Euro Leasing-Neugeschäft 2025 (Marktbericht IW Köln): Leasing ist ein zentraler Investitionskanal der deutschen Wirtschaft.
  • 783 Milliarden Euro Jahresumsatz des deutschen Handwerks laut ZDH 2025: Das Handwerk ist ein wirtschaftspolitischer Schlüsselsektor.
  • Mehr als 1 Million Handwerksbetriebe, stark KMU-geprägt: Förderpolitik muss kleinteilige Investitionen erreichen.
  • 6 Millionen Beschäftigte in 130 Berufen: Moderne Ausstattung stärkt Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.
  • 18 Prozent der Betriebe nutzen Leasing bei extern finanzierten Nachhaltigkeitsinvestitionen, bis zu 30 Prozent der Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitenden: Leasing ist bereits relevant, aber noch nicht ausgeschöpft (ZDH-Sonderumfrage 2025).
  • Zwei von drei Leasing-Gesellschaften wollen die Zusammenarbeit mit dem Handwerk ausbauen (BDL-Umfrage 2025): Die Branche steht als Finanzierungspartner bereit.