Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer
Marktbericht 2025

Marktzahlen und Ausblick

Investitionen, Marktanteile und Branchen-Trends im Überblick

83,12 Milliarden Euro Neugeschäft, Mobilien-Leasingquote auf 26,6 Prozent gestiegen

Die Investitionsbereitschaft der deutschen Wirtschaft ist auf einem Tiefstand. Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln lagen die Unternehmensinvestitionen 2025 rund 11 % unter dem Niveau von 2019. Wenn Firmen überhaupt investieren, setzen sie gezielt auf Elektromobilität und Digitalisierung. Klassische Produktionsinvestitionen bleiben unter Druck. Dies zeigen die Leasing-Marktdaten des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) für 2025: Im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wird Leasing genutzt, um Investitionen in den technologischen Wandel mit kalkulierbarem Risiko umzusetzen.

Das Neugeschäftsvolumen von Leasing und Mietkauf stieg 2025 nach Berechnung des IW Köln nominal um 3,2 % auf 83,12 Milliarden Euro. Auf Leasing entfielen davon 72,04 Milliarden Euro, auf Mietkauf 11,08 Milliarden Euro. (Die ausgewiesenen Summen werden eingangs mit zwei Nachkommastellen dargestellt. Im weiteren Verlauf des Marktberichts erfolgt die Darstellung aus Gründen der besseren Lesbarkeit mit einer Nachkommastelle.) Preisbereinigt blieb das Volumen stabil, während die Investitionen der deutschen Wirtschaft zurückgingen. Die Mobilien-Leasingquote stieg auf 26,6 %. Leasing realisiert damit mehr als ein Viertel aller gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen in Fahrzeuge, Anlagen, Maschinen und sonstige Betriebsausstattung.

83 Mrd. €
Neugeschäft der
Leasing-Wirtschaft
27 %
Leasing-Quote
Mobilien
180 Mrd. €
Bestand verleaster
Wirtschaftsgüter

Leasing-Wirtschaft: Neugeschäft bei 83,1 Milliarden Euro

Investitionen der Leasing-Wirtschaft in Milliarden Euro

Das Mobilien-Leasing spielt die zentrale Rolle für die Investitionen in der Leasing-Wirtschaft. Das Neugeschäftsvolumen stieg von 69,3 auf 71,1 Milliarden Euro (+2,6 %). Das Neugeschäft im Mietkauf wuchs um 6,2 % von 10,4 auf 11,1 Milliarden Euro. Bei öffentlichen Förderprogrammen wird häufig die Bilanzierung der Ausrüstungsgüter beim Förderempfänger vorausgesetzt. In diesen Fällen bieten Leasing-Gesellschaften ihren Kunden Mietkauf an.

Das Niveau im Immobilien-Leasing bleibt weiterhin niedrig, auch wenn sich von 2024 auf 2025 eine leichte Dynamik abzeichnet. Das Volumen stieg von 0,8 auf 0,9 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 9,6 % entspricht. Das Leasing von Nicht-Wohnbauten ist von Großprojekten bestimmt und daher traditionell sehr volatil.

Mobilien-Leasingquote steigt

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten greifen Unternehmen häufiger zu Leasing. Die Mobilien-Leasingquote ist daher 2025 weiter gestiegen. Mit 26,6 % wurde im vergangenen Jahr über ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen in bewegliche Anlagen wie neue Maschinen, Geräte und Fahrzeuge mittels Leasing realisiert. 2024 waren es 26,0 %.

Mobilien-Leasingquote 2025: 26,6 % der Ausrüstungsinvestitionen sind geleast

Anteil Mobilien-Leasing an den gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen, in %

Entwicklung der Objektgruppen

Die Leasing-Marktdaten 2025 zeigen eine Verschiebung der Wachstumsimpulse: Digitalisierung und Elektromobilität ziehen an, klassische Produktionsinvestitionen sind weiter rückläufig.

Pkw-Leasing 2025: Elektromobilität als Wachstumstreiber

Mit einem Anteil von 65 % am Neugeschäft bleibt Pkw-Leasing das mit Abstand stärkste Segment. Das Neugeschäftsvolumen mit Pkw und Kombi stieg um 3,3 %, die Zahl der Pkw-Leasing-Verträge um 4,7 %. Der Leasing-Anteil an den Gesamtneuzulassungen erhöhte sich damit auf 52,4 % (2024: 50,8 %). Das Wachstum im Pkw-Leasing wurde wesentlich durch den Zuwachs batterieelektrischer Fahrzeuge getragen. Rund zwei Drittel aller neu zugelassenen batterieelektrischen Pkw kamen 2025 über Leasing auf die Straße. Leasing baute somit seinen Marktanteil aus.

Stabil entwickelte sich bei rückläufigen Lkw-Zulassungen das zweitgrößte Segment Busse, Lkw, Hänger und Transporter. Der Trend zur Elektromobilität zeigt sich auch hier deutlich: Der Anteil neu geleaster Elektrofahrzeuge stieg innerhalb eines Jahres von 6 auf rund 10 %.

Leasing von Produktionsmaschinen 2025: Rückgang um 5,5 %

Die schwache Konjunktur und die verhaltene Industrieentwicklung zeigten sich bei Leasing-Investitionen in Produktionsmaschinen. Das Segment ging 2025 erneut zurück (-5,5 %). Viele Kundenbranchen – darunter Automotive und Chemie – hielten sich angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit, schwacher Weltkonjunktur und hoher Energiekosten weiterhin mit Investitionen in neue Maschinen zurück.

IT-Leasing 2025: Plus 9 % nach mehreren schwachen Jahren

Nach mehreren schwachen Jahren wuchsen 2025 die IT-Leasing-Investitionen wieder und legten nach Anschaffungswert um 9 % zu. Der Anstieg beruhte vor allem auf kombinierten Investitionen in Software und Hardware. Ursache ist – neben Nachholeffekten – ein steigender Bedarf an digitaler Infrastruktur durch Automatisierung, Effizienzsteigerungen und datengetriebene Anwendungen, zu denen zunehmend auch KI-basierte Lösungen zählen.

Das Neugeschäft mit Fahrrädern und E-Rollern ging 2025 erneut zurück (-8,2 %). Konjunkturschwäche und Jobunsicherheit führten nach starken Vorjahren zu einer nachlassenden Nachfrage. Dienstradleasing bleibt dennoch ein wichtiger Treiber für den Fahrradmarkt. Das Segment Luft-, Wasser- und Schienenfahrzeuge wuchs um 58,4 %. 2025 führten insbesondere großvolumige Projekte mit Schienenfahrzeugen zu dem deutlichen Anstieg. Der Bereich ist traditionell von Einzelaufträgen geprägt und daher volatil. Bei Baumaschinen zeigte sich ein moderates Wachstum von 1,4 %. Erste Effekte staatlicher Infrastrukturinvestitionen könnten sich hier bereits bemerkbar machen. Baufirmen haben begonnen, ihre Kapazitäten auszubauen. Überdurchschnittlich entwickelten sich erneut Finanzierungen für erneuerbare Energieanlagen (+12 %). Auch Medizintechnik legte zu (+4,5 %), während Agrartechnik rückläufig war (-2,6 %).

Objektgruppen 2025: Pkw dominieren mit 65 % Anteil das Leasing-Neugeschäft

Objektgruppen 2025 (Anteile am Neugeschäft)

Veränderungsrate 2025 zu 2024

Entwicklung der Kundensektoren

Die Struktur der Leasing-Kunden ist seit Jahren stabil. 2025 gab es keine wesentlichen Verschiebungen gegenüber dem Vorjahr.

Größte Kundengruppe bleibt mit Abstand der Dienstleistungssektor. Der Bereich ist sehr heterogen: Er umfasst unterschiedliche Zweige wie Kreditinstitute und Versicherungen, das Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch Beratungsunternehmen und IT-Dienstleister. Die wichtigsten Objekte im Geschäft mit diesem Sektor sind Pkw sowie IT-Ausstattungen. Sein Anteil am Leasing-Markt 2025 lag bei 41 %.

Den zweitgrößten Kundensektor bildeten Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Sein Anteil an den Leasing-Investitionen betrug 14 %.

Kunden aus dem Handel hatten einen Anteil von 11 %. Zwei Sektoren folgten mit einem Anteil von 10 %: Verkehr und Nachrichtenübermittlung sowie Private Haushalte. Private Haushalte leasten fast ausschließlich Fahrzeuge. Beim Dienstradleasing ist der Arbeitgeber Leasing-Nehmer, auch wenn das Fahrrad vom Arbeitnehmer genutzt wird. Das Baugewerbe, wo Leasing traditionell gut verankert ist, hatte einen Anteil von 7 % am Neugeschäft. Land- und Forstwirtschaft, Bergbau, Energie und Wasserversorgung kam auf 4 %, der Staat auf 2 %. Eigengesellschaften der öffentlichen Hand, Forschungsinstitute und karitative Einrichtungen wurden anderen Sektoren zugerechnet – der tatsächliche Leasing-Anteil öffentlicher Institutionen lag somit höher.

Kundensektoren im Leasing 2025: Dienstleistungen mit 41 % größter Abnehmer

Vertriebswege im Leasing

Leasing-Gesellschaften gewinnen ihre Kunden über mehrere Vertriebswege:

Der Löwenanteil des Neugeschäfts wird über Hersteller und Händler abgeschlossen. Beim Herstellerleasing bieten Hersteller ihre Investitionsgüter im Rahmen von Leasing-Verträgen an. Beim Händlerleasing wird der Kontakt des Kunden zur Leasing-Gesellschaft durch den Händler von Investitionsgütern hergestellt. Sein Anteil lag 2025 bei 57 %.

Beim Direktvertrieb akquiriert die Leasing-Gesellschaft Kunden über den eigenen Außendienst. Das Direktgeschäft hatte einen Anteil am gesamten Neugeschäft des Mobilien-Leasing von 28 %.

Banken bieten Leasing als Alternative zum Kredit an. Ihr Anteil am Neugeschäft lag bei 7 %. Der Vermittler akquiriert den Kunden und handelt mit ihm den Leasing-Vertrag aus. Das Vermittler-Geschäft hatet einen Anteil von 3 %.

Beim E-Commerce wird der Kontakt zur Leasing-Gesellschaft bis zum Vertragsabschluss ohne Mitwirkung eines Händlers oder Vermittlers direkt über das Internetportal der Leasing-Gesellschaft hergestellt. Dieser Distributionskanal bietet die Möglichkeit, auch Objekte mit geringeren Anschaffungswerten wirtschaftlich vermarkten zu können. Der ausschließlich über das Internet abgeschlossene Anteil lag bei unter 1 % und wird deshalb in der Grafik nicht ausgewiesen. Qualitative Beratung und persönliche Kundenbeziehung gehören eng zusammen. Digitale Dienste und Online-Angebote können gut ergänzen, gewerbliche Kunden verzichten aber in der Regel nicht auf individuelle Beratung.

Vertriebswege 2025: 57 % des Neugeschäfts über Hersteller und Händler

Ausblick

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Auftragseingänge im Mobilien-Leasing gegenüber dem Vorjahreszeitraum um +2 %. Leasing-Auftragseingänge wuchsen um +2 %, Mietkauf-Auftragseingänge um +1 %. Die Anschaffungswerte hingegen sanken um 1 %, wobei Leasing-Objekte mit 2 % rückläufig waren, während Mietkauf-Objekte mit +1 % zulegten. Das Auseinanderlaufen von Auftragseingängen und Anschaffungswerten beim Leasing (+2 % vs. −2 %) lässt sich auf eine Verschiebung der Portfoliozusammensetzung zurückführen: Einem kräftigen Zuwachs bei kleinvolumigen Objekten wie Fahrrädern steht ein Rückgang bei umfangreichen, großvolumigen Objektgruppen wie den Maschinen für die Produktion gegenüber.

Die Daten des ersten Halbjahres zeigen einen gemischten Trend bei den Transformationsinvestitionen. Während die BEV-Nachfrage mit über 50 % dynamisch wächst, hat sich der Bereich der erneuerbaren Energien drastisch abgekühlt. Die klassischen Investitionsgüter – Maschinen für die Produktion, Nutzfahrzeuge – verzeichneten als Spiegel der konjunkturellen Entwicklung einstellige Rückgänge. Die Baumaschinen (mit einem Plus von knapp 20 %) profitieren von der Infrastrukturoffensive.

Die jüngsten Konjunktur-Prognosen für 2026 bewegen sich in einer Spanne von +0,5 % bis +0,9 % BIP-Wachstum. Das ifo Institut rechnet mit +0,8 %, ebenso IfW Kiel und RWI. Bundesbank und DIW liegen mit +0,5 % am unteren Rand. Für 2027 prognostizieren die meisten Institute zwischen +0,8 % und +1,0 %. Die geopolitischen Risiken – insbesondere die Lage im Nahen Osten und wieder aufflammende Eskalationen im transatlantischen Handelsgeflecht – bleiben die zentrale Abwärtsgefahr.

Für die Leasing-Branche ergibt sich ein selektiver Ausblick: Transformationsassets und infrastrukturnahe Segmente (Baumaschinen, IT, BEV) könnten weiterhin stabil wachsen. Klassische Assets für die Industrieproduktion dürften es hingegen schwer haben. Ohne spürbare Entlastung bei Bürokratie und eine Belebung der Exportnachfrage ist eine durchgreifende Trendwende bei den Ausrüstungsinvestitionen kurzfristig nicht zu erwarten. Es bleibt abzuwarten, ob die begonnenen Reformen bereits für einen Kurswechsel reichen. Fakt ist jedoch, dass diese nur der Beginn einer größeren Reformagenda gewesen sein können, um das Produktionspotential auszulasten und anschließend wieder zu steigern.